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Recht-Tipps: Der Pferdekauf auf Probe

Sicherheit: Ein Pferd auf Probe kaufen

Mit der PFERDEBÖRSE in CAVALLO sind Sie beim Pferdekauf gut beraten, denn unser Gratis-Heft in jeder Ausgabe steckt voller Experten-Tipps rund um Kauf-Themen. Beim Kauf auf Probe können Sie prüfen, wie gut Sie und das neue Pferd zusammenpassen. Worauf Käufer und Verkäufer in der Probezeit achten müssen, zeigen 10 Profi-Tipps.

Für den Käufer ist der Kauf auf Probe eine gute Gelegenheit für einen längeren Pferdetest. Die Verkäufer lassen sich aus guten Gründen selten darauf ein.

Wird ein Kauf auf Probe vereinbart, entscheidet letztendlich allein der Interessent, ob ein Kauf zustande kommt, sagt Dr. Antje Rahn. Sie ist öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Pferde.

(1) Der Praxis-Check
Für den Käufer ist der sogenannte Kauf auf Probe eine vorteilhafte Vertragsform. Der Grund: Er kann das Pferd über einen längeren Zeitraum prüfen und es innerhalb der vereinbarten Probezeit auch ohne jede Begründung zurückgeben.

Die Probezeit wird zwischen den Parteien vereinbart und in der Regel zwischen einigen Tagen bis zu vier Wochen lang sein. Wird keine Frist vereinbart, muss der Käufer seine Entscheidung innerhalb einer angemessenen Frist erklären, damit er den Vertrag nicht unbegrenzt in der Schwebe halten kann.

Wichtig: Ob der Kaufvertrag letzten Endes zustande kommt, steht im Belieben des Käufers. Dies hängt also nicht von einem bestimmten Sachverhalt (zum Beispiel Rittigkeit) oder Untersuchungsergebnis ab. Daher lassen sich Verkäufer auch nur in den wenigsten Fällen auf eine Probevereinbarung ein, so dass ein Kauf auf Probe eher selten ist.

(2) Der Übergabe-Check

Im Falle eines Mangels gilt es zu prüfen, ob dieser bei der Übergabe schon vorhanden war und wer miteinander handelt. Die Pferderechtsexpertin Dagmar von Stralendorff-Grüttemeier sagt, wie wichtig Übergabe-Zeitpunkte sind.

Definieren Sie im Kaufvertrag den genauen Zeitpunkt der Pferdeübergabe. Tritt ein Mangel auf, muss beim Vertrag zwischen Privatpersonen der Käufer beweisen, dass der aufgetretene Mangel bereits bei der Übergabe vorlag.

Beim Pferdekauf vom Unternehmer dagegen wird - wenn der Mangel innerhalb eines halben Jahres nach Übergabe auftritt - davon ausgegangen, dass der Mangel bereits bei der Pferdeübergabe vorhanden war (Beweislastumkehr).

(3) Der Risiko-Check

Die Rückgabe eines Pferds wird immer leichter, auch ohne vertragliche Probezeit. Verkäufer wissen, was riskant ist. Pferdezüchterin Annette Stevenson ist vor allem im Sinne der Pferde gegen den Kauf auf Probe. Das neue Kaufrecht ist eher käuferfreundlich.

Kommt ein Käufer mit dem Pferd beispielsweise nicht klar und kann ich nicht beweisen, dass er es verritten hat, muss ich es innerhalb von zwei Jahren zurücknehmen. Das ist auch wie eine Probezeit.

Beim Kauf auf Probe sind Verkäufer erst recht benachteiligt, weil der Käufer das Tier sogar ohne Angabe von Gründen zurückgeben kann. Auch kann ich selten überwachen, was dem Pferd während der Probezeit geschieht. Da gibt es klügere Alternativen.

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