Freispringen für Einsteiger

So starten Sie mit Ihrem Pferd ins Freispringen

CAVALLO Freispringen für Frischlinge
Foto: Lisa Rädlein

Springen ist nichts für Sie? Aber fragen Sie doch mal Ihr Pferd! Freispringen macht Spaß und ist auch noch ein tolles Training. Probieren Sie es aus!

Freispringen schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens ist es Sport und zweitens macht es Spaß. Ja, tatsächlich: In diesem Fall geht das eine auch mit dem anderen!

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Freispringen ist Abwechslung für Kopf und Muskeln

Ihr Pferd wird sich über eine Abwechslung zur üblichen Arbeit freuen. Und was gut für seinen Kopf ist, tut auch seinem Körper gut. Denn Eintönigkeit und Routine sind Gift fürs Training: Das Pferd wird einseitig belastet. Unterschiedliche Bewegungsanforderungen dagegen setzen neue Reize und stärken so die Muskulatur.

Das Tolle am Freispringen: Pferde lernen aus eigenem Antrieb. Weil sie ohne Reiter springen, wissen sie, dass sie selbst einen Fehler gemacht haben, wenn sie sich etwa in der Distanz zum Sprung verschätzt haben. Indem sie sich selbst korrigieren und verbessern, gewinnen sie Selbstbewusstsein und werden mutiger.

Für welche Pferde ist Freispringen geeignet?

Freispringen dürfen alle Pferde, wenn es sie nicht überfordert. Prinzipiell gilt: Jedes Pferd, das über Stangen, Cavaletti oder Sprünge gehen soll, muss gesund sein. Doch manchmal ist Freispringen auch für Pferde mit körperlichen Problemen geeignet: Hat das Pferd zum Beispiel Kissing Spines, können niedrige Sprünge ihm helfen, seinen Rücken aufzuwölben und eine tragfähige Muskulatur zu entwickeln. Haben Sie Bedenken, weil Ihr Pferd gesundheitliche Einschränkungen hat, fragen Sie den Tierarzt um Rat.

Junge Pferde ab etwa drei Jahren dürfen zwei- bis achtmal pro Monat ohne Reiter über niedrige Hindernisse springen. Ein gesundes, älteres Pferd sollten Sie langsam an das Freispringen gewöhnen. Auch hier ist es wichtig, das Tier nicht zu überfordern.

Können Sie beim Freispringen etwas falsch machen?

Ja! In vielen Ställen werden Zeiten eingeräumt, in denen die Einsteller ihre Pferde frei springen lassen können. Das ist grundsätzlich eine gute Sache. Doch oft entsteht eine unruhige Atmosphäre, weil mehrere Pferde und viele Personen gleichzeitig in der Halle oder auf dem Platz sind.

Stress und Hektik sind beim Freispringen aber absolut tabu, weil der Trainingseffekt verpufft, wenn das Pferd über die Sprünge hetzt. Auch zu viel Druck und unpassende Abstände zwischen den Stangen und Sprüngen können Ihrem Pferd das Freispringen ziemlich vermiesen.

Doch wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen, können Sie Ihr Pferd bedenkenlos frei springen lassen. Vielseitigkeitsreiterin und Fachbuchautorin Claudia Götz erklärt, wie Sie sich und Ihr Pferd perfekt aufs Freispringen vorbereiten – damit es Ihnen und Ihrem Pferd Spaß macht.

Freispringen ...

• ...sorgt für Abwechslung
• ...fördert Aufmerksamkeit, Lernvermögen und Motivation
• ...kräftigt die Muskulatur
• ...verbessert die Schulterfreiheit
• ...fördert Geschicklichkeit, Koordination und Balance
• ...gibt Selbstbewusstsein und macht mutig
• ...wölbt den Rücken auf
• ...gymnastiziert und lockert
• ...verbessert Technik und Rhythmus beim Springen