Neue Studie: Abkauen bei Pferden dient nicht der Unterwerfung

Das Pferd leckt und kaut ab.
Foto: Rädlein

Norwegische Forscherinnen haben das Abkauen bei wild lebenden Pferden untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass es nicht zur Unterwerfung dient, sondern um Stress zu bewältigen.

Die beiden Wissenschaftlerinnen Margarete Lie und Prof. Ruth Newberry von der ,Norwegian University of Life Sciences’ haben dazu mehr als 80 Stunden lang Wildpferde in Ecuador beobachtet. Sie wollten herausfinden, wann Pferde abkauen, ohne dass sie gerade Nahrung aufnehmen. Dazu tauchten sie mehrere Wochen lang in eine Herde von 200 wild lebenden Pferden ein, die in einem 334 km² großen Nationalpark leben und dokumentierten insgesamt 202 Verhaltenssequenzen zum Abkauen.

In ihrer Hypothese gingen sie davon aus, dass Pferde nach einer angespannten Situation abkauen und um sich einem anderen Pferd zu unterwerfen. Letztere Hypothese wurde bereits von bestimmten Trainingsmethoden aufgestellt – etwa beim Join-Up-Konzept des amerikanischen Pferdetrainers Monty Roberts. Beim Join-Up wird das Pferd im Roundpen geschickt, bis es sich dem Trainer zuwendet und abkaut. Dann habe es den Menschen akzeptiert und unterwerfe sich – so die Behauptung.

Das Ergebnis:
Die Forscherinnen beobachteten Abkauen vor allem nach angespannten Situationen, nicht aber bei Unterwerfung gegenüber einem anderen Pferd. Bei einem Konflikt zeigten beide Pferde das Abkauverhalten, nicht nur das Rangniedrigere. Daher gehen die beiden Norwegerinnen davon aus, dass Pferde dann Abkauen, wenn sie Erregung verarbeiten und Stress abbauen, nicht aber um sich einem anderen Pferd unterzuordnen.

So erkennen Sie die Laune Ihres Pferds: