Reiter können Stress am Pferdeauge sehen

Foto: Astrid Gast

Im gestressten Zustand blinzeln Pferde weniger als im entspannten, so lauten die jüngsten Ergebnisse einer Studie aus Kanada.

Bereits 2009 haben wir von einer amerikanischen Studie berichtet, die belegt, dass Pferde sich nicht davon einschüchtern lassen, wenn man ihnen in die Augen schaut.

Viele Trainer hatten immer wieder betont, dass es nicht gut wäre, den Augenkontakt zum Pferd zu halten, weil es womöglich eingeschüchtert werden könnte und sich auf der Weide nicht einfangen ließe. Nun belegt eine weitere Studie aus Kanada, dass man dem Pferd sogar in die Augen schauen soll, um zu erkennen, wie gestresst es ist.

Für die Studie wurden 23 Pferde verschiedenen Stresssituationen ausgesetzt. So ließen Probanden absichtlich ausgewählte Pferde bei der täglichen Fütterungsroutine aus, erschreckten sie mit Objekten oder trennten sie von der Herde. Das Ergebnis: In belastenden Situationen blinzelten die Testpferde weniger, als in entspannten Situationen. Für den Versuch zählte jede Bewegung des Augenlids, die das Auge nicht komplett schloss. Darüber hinaus machten die Forscher noch eine weitere Entdeckung: Wenn die Tiere gestresst waren, blinzelten sie zwar weniger, dafür flatterten ihre Augenlider deutlich öfter. Hauptsächlich dann, wenn sie kein Futtern bekamen.

Prof. Katrina Merkies von der Universität Guelph aus Ontario erklärte gegenüber „thehorse.com“, dass das Augenflattern der Tiere in der Pferdemimikskala als „dreieckiges Auge“ bezeichnet werde. Bereits ältere Studien hätten belegt, dass Pferde mit Schmerzen mehr Sorgenfalten bekämen und ihre Augen spitzer geformt seien. Setzt man die Schmerzen nun mit Stress gleich, „so decken sich die Beobachtungen mit dem, was wir in unserem Versuch festgestellt haben“, erklärt Merkies.