Wird die Hyalomma-Zecke heimisch?

Der Gemeine Holzbock (links) und Hyalomma (rechts).
Foto: Universität Hohenheim

Exotische Zecken-Arten wie die Hyalomma-Zecke breiten sich in Deutschland aus. Die Uni Hohenheim möchte diese Art nun genauer erforschen und bittet darum, Zecken zu Forschungszwecken einzusenden.

Kaum hat uns der Winter den Rücken gekehrt, startet die Zecken-Saison. Das Jahr 2018 war bereits ein Rekord-Zeckenjahr (CAVALLO berichtete) und 2019 dürfte ähnlich werden. Forscher beobachten, dass sich neben dem heimischen Holzbock auch andere Arten wie die Auwaldzecke oder die tropische Hyalomma-Zecke ausbreiten (CAVALLO berichtete). Letztere ist im Gegensatz zu unseren heimischen Zecken (Gemeiner Holzbock) doppelt bis drei Mal so groß und hat auffällig gestreifte Beine. Ob sie auch gefährliche Krankheiten überträgt, ist noch nicht klar. Hyalomma-Zecken verfolgen ihren Wirt bis zu 100 Meter lang. Vermutlich schleppten Zugvögel die Spinnentiere nach Deutschland ein.

Unterstützen Sie die Forscher der Uni Hohenheim

Forscher der Uni Hohenheim möchten die nicht-heimischen Zecken nun genauer untersuchen und bitten daher um Ihre Mithilfe: Haben Sie eine verdächtige Zecke gefunden? Schicken Sie eine E-Mail an tropenzecken@uni-hohenheim.de, wenn möglich mit Foto, Datum und Fundort der Zecke.

Noch besser ist es natürlich, wenn Sie die Zecke noch besitzen. Senden Sie das Tier an die Uni Hohenheim, um eine genaue Artbestimmung zu ermöglichen. Exotische Hyalomma-Zecken werden außerdem auf mögliche Krankheitserreger untersucht. Alle Untersuchungsergebnisse zu Ihrer Zecke stellt die Uni Ihnen kostenlos zur Verfügung.

So schicken Sie Zecken per Post ein:

Sie würden der Uni Hohenheim gerne eine Zecke zur Artbestimmung schicken? Am besten gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  • Wenn die Zecke noch lebt, geben Sie sie in ein kleines, luftdichtes Gefäß (z.B. ein Kunststoff-Cremetigel, ein sehr kleines Einmachglas o.ä.). Legen Sie einen frischen Grashalm dazu, er wird die Zecke mit Feuchtigkeit versorgen und ein Vertrocknen während des Transports verhindern.
  • Wenn die Zecke tot ist, dann können Sie sie auch in etwas Papier einschlagen und dann in ein Stück Luftpolsterfolie verpacken. Kleben Sie diese von außen mit Tesafilm zu.
  • Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass die Zecke keinen Kontakt zu Tesafilm oder anderen Klebern hat. Dadurch wird die Handhabung und Bestimmung erschwert.
  • Wenn Sie die Zecke sicher verpackt haben, geben Sie sie am besten in eine Luftpolstertasche oder einen kleinen Karton. Bitte schicken Sie sie an:

Prof. Dr. Ute Mackenstedt
Fachgebiet für Parasitologie 220B
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart-Hohenheim

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