So funktioniert die Leber eines Pferdes

Das läuft dem Pferd über die Leber

So funktioniert die Leber eines Pferdes
Foto: Colourbox

Die Leber ist das Zentrallabor des Stoffwechsels. Das sollten Sie über das Organ Ihres Pferdes wissen.

Die Leber ist die größte Verdauungsdrüse des Pferds und ein Multifunktionsorgan. Das gibt es über die Leber beim Pferd zu wissen:

Zentrallabor des Stoffwechsels

Sie produziert Galle, Bluteiweiße, verstoffwechselt Nahrung, reguliert den Blutzuckerspiegel. Die wichtigste Aufgabe ist allerdings das Entgiften. Die Leber filtert und reinigt das Blut über den Pfortaderkreislauf. Die Pfortader ist eine Vene, in der sich das Blut aus Magen, Dünn- und Dickdarm, Bauchspeicheldrüse und Milz sammelt.

Sauerstoffarmes und nährstoffreiches Blut wird der Leber zugeführt. Diese sortiert dann: Giftstoffe werden unschädlich gemacht und ausgeschieden, Nährstoffe werden weiterverarbeitet und dem Körper zur Verfügung gestellt.

Gifte: Was der Leber gefährlich wird

Im körpereigenen Chemielabor sind Störfälle recht häufig. Bekommt ein Pferd zu viel eiweiß- oder energiereiches Futter in zu kurzer Zeit, kommt die Leber leicht an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit – und für den Abbau von giftigen Stoffen bleibt keine Kapazität.

Manche Gifte zerstören das Lebergewebe: Dazu gehören zum Beispiel Pflanzen wie das Jakobskreuzkraut oder die Herbstzeitlose. Körpereigene Stoffwechselgifte, wie sie etwa bei einer Kolik im Darm entstehen, können die Leber ebenfalls schädigen.

Stolzes Gewicht

Fünf Kilogramm wiegt eine durchschnittliche Pferdeleber. Sie besteht aus zwei Hälften und setzt sich aus den Leberlappen, den Leberbälkchen und den Leberzellen zusammen.

Widerstandsfähige Leber

Die Pferdeleber ist ein sehr regenerationsfähiges Organ und kompensiert sogar massive Schäden oft erstaunlich gut. Hat ein Pferd erhöhte Leberwerte im Blut, sollte man diese also unbedingt ernst nehmen. Äußerliche Symptome wie Mattigkeit, Muskelabbau und Apathie treten meist erst auf, wenn die Leberfunktion nur noch bei etwa 30 Prozent liegt.

Leicht gelbliche Schleimhäute (entstehen durch den Gallenfarbstoff Bilirubin) sind übrigens kein sicheres Indiz für einen Leberschaden: 10 bis 15 Prozent aller gesunden Pferde haben sie ebenfalls.

Leber statt Galle

Da das Pferd keine Gallenblase besitzt, übernimmt die Leber die Gallenproduktion. Die Gallenflüssigkeit gelangt über den Gallengang in den Zwölffingerdarm.

Bemerkenswert: Ein Großpferd produziert täglich circa 6 Liter Gallenflüssigkeit.

So diagnostizieren Sie eine Kolik:

Verbotene Giftpflanzen für Pferde: