Mineralleckstein „Anti Insect“ von SIN Hellas im Praxistest

Lecken gegen Fliegen?

Mineralleckstein "Anti-Insect" von SIN Hellas
Foto: Flößer

Der Mineralleckstein „Anti Insect“ von SIN Hellas soll durch seine Zusammensetzung das Pferd nicht nur mit wertvollen Mineralien versorgen, sondern auch Fliegen abwehren. Wie gut schmeckt er den Pferden?

Der drei Kilo schwere Salzleckstein „Anti Insect“ von SIN Hellas (hier geht es zum Online-Shop) kostet 10,90 Euro und fällt durch seine blaue Farbe aus. Er eignet sich laut Hersteller nicht nur für Pferde, sondern auch für Rinder, Schafe und Ziegen. Beim Auspacken bröselt er leicht und riecht angenehm nach Meersalz. Und wie soll er nun Fliegen abwehren? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe klärt auf: „Aromen und ätherische Ölmischung“ steht da. Aber welche sind das genau? Das Rezept sei ein Geheimnis, sagt der Händler.

Die Bewertung:

Beim Geschmackstest im Stall punktet der Leckstein. Das erste Testpferd, das selten Lecksteine anrührt, leckt gerne daran. Auch alle anderen Pferde nahmen den Stein gut an – das liegt sicher auch daran, dass dem Mineralleckstein Melasse beigefügt ist. Für gefräßige Tiere kann das zum Problem werden, ein Testpferd leckte und leckte, dadurch könnte es überversorgt werden.

Der Stein selbst riecht nicht auffällig nach ätherischen Ölen. Auch am Geruch der Pferde nach dem Lecken fiel den Testern nichts auf, sie dünsteten die Stoffe nicht über die Haut aus - zumindest nicht für Menschen riechbar. Ob Ungeziefer wirklich fern gehalten wird, kann der Praxistest nur schwer sagen. Trotz Leckstein plagten Fliegen und Bremsen weiterhin die Pferde, laut einer Testerin aber weniger als sonst.

Fürs Freie eignet sich der Leckstein nicht, auf der Verpackung steht „trocken lagern“. Laut Hersteller sollte aber ein kurzer Regenschauer dem Stein nichts ausmachen. Eine Testerin hängte ihn ohne Wetterschutz auf den Paddock, ein Dauerregen raffte den Stein dahin und er zerbrach beim Trocknen in mehrere Teile. CAVALLO hat daraufhin bei Geschäftsführer Thoma nachgehakt:

"Wir haben sofort intern einen Test über sieben Tage gemacht. Dabei besprenkelten wir die Test-Steine täglich für eine Stunde mit Wasser und simulierten damit einen normalen Regenschauer. Am letzten Tag gab es ein sehr heftiges Gewitter und die Teststeine wurden starken Regen ausgesetzt (auch etwa eine Stunde lang). Keiner der Steine zerbrach beim Test. Erst eine Fallhöhe von 1,5 Metern brachte einige Steine zum Zerbrechen. Dabei zeigte sich, dass das Wasser in die äussere Schicht etwa einen Zentimeter weit eingedrungen ist. In unserem Test blieben die Leckstein trotz mehrfachem und auch starkem Regen ganz und stabil. Wir gehen davon aus, dass der CAVALLO-Teststein eventuell durch den Transport Mikrorisse bekommen hatte und dadurch Wasser eindringen konnte, was letztendlich zum Zerbrechen führte."

Fazit:
Der Leckstein wird von allen Test-Pferden sehr gerne angenommen - auch von denen, die sonst überhaupt nicht an Lecksteine gehen. Ob es eine Anti-Insekten-Wirkung gibt, kann der Praxistest nicht zeigen. Durch den Anteil an Melasse eignet er sich weniger für Pferde mit Stoffwechselproblemen. Einem kurzen Schauer unter einem Baum hält der Leckstein stand, noch besser ist es, ihn komplett vor Regen zu schützen und in einer speziellen Leckstein-Halterung aufzubewahren.