Kamera-Test: Reiter analysieren ihre Fehler

Bessere Haltung durch Videos

Reit-Videos: Kameras im Praxis-Test
Foto: Thomas Hartig

Um ihre Haltung zu verbessern und weniger Fehler beim Reiten zu machen, filmen ausgewählte Reiter sich selbst. Doch wie gut schneiden die Probanden in der Reit-Praxis ab?

Sind das tatsächlich meine Hände, die im Trab so unruhig hin und her wackeln? Sitze ich in Wendungen wirklich so schief auf meinem Pferd? Und wo kommt auf einmal dieser Buckel her, den ich im Sattel mache? Wenn man sich selbst beim Reiten filmt und die Aufnahmen im Anschluss anschaut, kann das unheimlich lehrreich sein. Gnadenlos sieht man die eigenen Fehler – und auf einmal glaubt man dem Reitlehrer, der ständig ruhigere Hände und einen geraden Sitz fordert.

Regelmäßige Videos von selbstfilmenden Kameras

Wer besser reiten will, sollte sich daher idealerweise regelmäßig dabei filmen lassen. Nur: Wer übernimmt das? Der Reitlehrer soll schließlich Unterricht geben. Und Stall-Kollegen setzen sich auch nicht regelmäßig für eine Stunde mitsamt Videokamera auf den Reitplatz.

Die Lösung sind selbstfilmende Kameras, die der Reiter vor dem Training in der Halle aufbaut, startet – und die die Reitstunde vollautomatisch aufzeichnen. Das Filmmaterial kann der Reiter danach mit dem Trainer anschauen, Fehler analysieren und so leichter verbessern.

Einfache Technik und leichte Bedienbarkeit

Klingt toll, aber auch nach umständlichem und kompliziertem Technik-Kram. Dabei stimmt das gar nicht: Dass die Technik hinter solchen Kameras recht simpel zu verstehen und vor allem zu bedienen ist, zeigte unser Praxis-Test. Wir nahmen dafür unterschiedliche Kamera-Lösungen unter die Lupe.

Dazu zählte etwa ein Kamera-Roboter von Pixio, eine ziemlich einmalige und elegante Film-Lösung. In den USA gibt es von Soloshot das entsprechende Pendant, das aber umständlich importiert werden muss.

Eine andere Selbstfilm-Variante sind 360-Grad-Kameras. Diese verfügen über zwei oder mehr Objektive, die so das Geschehen rundum aufzeichnen können. Je nach Modell gibt es große Unterschiede hinsichtlich Film-Qualität und Ansicht, wie unser Praxis-Test zeigte. Hier lohnt es sich, mitunter ein paar Euros mehr zu investieren.

Aktuelle Kamera-Trends

360-Grad-Kameras: Rundum filmen – Kameras, die das beherrschen, sind seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Hersteller wie Kodak oder Samsung bieten je nach Bedarf und Geldbeutel unterschiedliche Modelle. Zu den teuersten gehört der Omni-Rig (GoPro): Hier filmen sechs Kameras gleichzeitig (mit Kameras ca. 4200 Euro).

Drohnen: Immer mehr Drohnen sind mittlerweile mit der Follow-Me-Funktion erhältlich. Heißt: Der Gefilmte trägt einen Sensor am Arm, lässt die Drohne aufsteigen – und diese folgt dem Sensor auf einer variabel einstellbaren Flughöhe. Preislich geht’s bei rund 150 Euro los, die Flugzeit liegt meist bei 30 Minuten. Nett für Reiter, die sich auf dem Reitplatz mal von oben filmen wollen, etwa im Springparcours oder im Gelände; fu?r die Dressurstunde in der Halle aber eher ungeeignet.

Smartphone aufrüsten: Moderne Smartphones lassen sich dank Aufsteck-Adapter zur 360-Grad-Kamera umru?sten. Von Hersteller Insta360 gibt es Varianten fu?rs iPhone (Nano, ab iPhone 6) und für Android-Smartphones (Air). Die kugelförmige Kamera wird aufs Smartphone aufgesteckt; zusammen mit der Handy-Kamera sind so Rundum-Aufnahmen möglich. Verbunden ist die Extra-Kamera via USB, gesteuert wird sie mit Hilfe einer App. Preis: ab ca. 200 Euro.

CAVALLO stellt drei Kamera-Modelle vor und verrät Vor- und Nachteile.