Die Geräuschkarte im Pferdekopf

Neue Töne machen scheu

Foto: Lenz

Ungewohnte Töne prasseln auf die Sinneseindrücke des Pferds ein. Gewohnte Gerüche verwehen, neue kommen hinzu. Durch den Luftzug gerät die Umgebung in Bewegung: Zaunbänder sirren, Plastiktüten flattern, Laub fliegt den Pferden buchstäblich um die Ohren.

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„Purer Stress, denn Pferde erkennen ihre Fressfeinde auch anhand von Bewegungen“, erläutert Dr. Cathleen Wenz. Plötzlich ist ihre Umwelt voll davon; doch was bedeutet Gefahr, was nicht?

„Da ist es doch kein Wunder, wenn manche Pferde guckig werden oder scheuen“, sagt Dr. Cathleen Wenz. Andere reagieren freilich so langmütig wie ein norddeutscher Fischer bei Windstärke 9. Der allerdings ist ebenso ein Klischee wie der dröselige Kaltblüter.

„Ob ein Pferd gut mit Wind umgehen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Mit Rasse hat das wenig zu tun“, sagt Dr. Dirk Lebelt. „Es gibt ebenso nervöse Schleswiger wie Araber. Das ist eher eine individuelle Sache.“

Die hängt seiner Meinung nach allerdings oft mit der Art der Haltungsbedingungen zusammen. „Wenn man ein Pferd 23 Stunden am Tag in der Box einsperrt und es dann eine Stunde in der angrenzenden Reithalle bewegt, muss man sich nicht wundern, wenn es beim leisesten Zug in die Luft geht“, sagt Dr. Lebelt.